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Keine Chance zum Überleben: Lauda-Air-Absturz vor 20 Jahren

Eines der schwersten Luftfahrt-Unglücke: Beim Absturz einer Maschine der österreichischen Lauda Air in Thailand sterben alle Insassen. Angehörige hadern auch am 20. Jahrestag noch mit der Katastrophe.

Wien/Bangkok (dpa) – Der Lauda Air Flug 004 von Hongkong nach Wien hebt am 26. Mai 1991 nach einer Zwischenlandung in Bangkok planmäßig um 16.02 (kurz nach 23 Uhr Ortszeit) Uhr ab. Das Wetter ist gut, die Boeing 767 mit dem klingenden Namen «Mozart» neu, die zehnköpfige Crew ausgeruht. Die 213 Passagiere lehnen sich in den Sitzen zurück.

Im Cockpit sitzen der amerikanische Kapitän Thomas Welsh (48) und sein österreichischer Co-Pilot Josef Thumer (41). Plötzlich blinkt eine Warnleuchte, es geht um die Schubumkehr. Die ist zum Bremsen nötig, nach der Landung. Dann ruft Thumer plötzlich: «Shit!» und 15 Minuten und eine Sekunde nach dem Start: «Sie (die Schubumkehr) hat eingesetzt!» – seine letzten Worte.

Die Maschine zerbricht in der Luft. Für die Menschen an Bord gibt es keine Überlebenschance. Die Boeing stürzt bei Phu Toei rund 200 Kilometer nordwestlich von Bangkok in den Dschungel. Welsh ist noch in seinen Sitz geschnallt, als Helfer das bergige Terrain erreichen.

20 Jahre später kämpfen viele Angehörige noch immer mit der Verarbeitung des Unglücks im Urlaubsparadies. An Bord waren viele Thailand-Urlauber auf dem Heimweg, darunter 89 Österreicher und mehrere Passagiere aus Deutschland, der Schweiz, Hongkong, Thailand und China. 43 der Toten konnten nie identifiziert werden. Was die Schubumkehr aktivierte, ist heute noch ein Rätsel.

«Die Hinterbliebenen haben den Tod ihrer Angehörigen noch nicht verarbeitet», sagt die Journalistin Jenny Maaß, die damals über die Katastrophe berichtete. Heute hat die 71-Jährige, die am Jahrestag der Katastrophe 72 wird, noch Kontakt zu rund 30 Hinterbliebenen, für die sie in der Öffentlichkeit als Sprecherin auftritt.

«Die Mutter einer Flugbegleiterin sagte mir vor einigen Wochen, sie wolle jetzt zumindest versuchen, nicht mehr täglich auf den Friedhof zu gehen.» Am Jahrestag ist ein privates Treffen der Angehörigen in Wien geplant.

Von der Fluglinie fühlen sich die Trauernden laut Maaß alleingelassen: «Es gab ja keine psychologische Hilfe, wie sie heute bei jedem Verkehrsunfall oder anderen Geschehnissen sofort zur Stelle ist.» Eine Sprecherin der Lauda Air, heute die Charter-Tochter der österreichischen AUA, hält dagegen fest, es gebe eine Ansprechperson bei der Fluglinie. Die Angehörigen erhielten zudem einmal im Jahr ein kostenloses Ticket nach Thailand, um den Absturzort zu besuchen.

Dort ist heute der Phu Toei-Nationalpark, eine Gedenkstätte erinnert an die Katastrophe. Schlechte Presse bekam Thailand damals, weil Plünderer sich am Absturzort über die Habseligkeiten der Opfer hermachten. Vor zwei Jahren filmten Touristen dort noch liegende Trümmerteile. Die Opfer sind, rund 90 Kilometer vom Absturzort entfernt, auf einem Friedhof beigesetzt.

Quelle:europeonline-magazine.eu (849)

Kurz-URL: http://www.khaolaknews.com/?p=2948

Erstellt von an Mai 21 2011. geschrieben in Weltweite Nachrichten. Sie können allen Kommentaren zu diesem Artikel folgen unter RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben oder einen trackback setzen zu diesem Artikel
     

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